Jahreshauptversammlung 2022

Kreisverband Gartenbau auf gutem Kurs
Gartenbauvereine trafen sich am 23.06.2022 zur Jahreshauptversammlung

Über eine rege Teilnahme der Gartenbauvereine an der Jahreshauptversammlung des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege Lichtenfels freute sich Landrat und 1. Vorsitzender Christian Meißner. „Unter den Linden“ des Kastenhofes in Weismain konnte er über 100 Vertreter begrüßen. Bürgermeister Michael Zapf hob in seinem Grußwort hervor, dass der eigene Obst- und Gemüsebau wohl wieder an Wichtigkeit zunehmen werden und die Gartenbauvereine hier auf wertvolle Erfahrungen und Strukturen zurückgreifen könnten.

Freilich hatte die Pandemie auch im Programm des Kreisverbandes und der örtlichen Gartenbauvereine seine Spuren hinterlassen. Doch – so wurde im Tätigkeitsbericht deutlich – führten Kontaktbeschränkungen und Veranstaltungsausfälle auch zu neuen Ideen und neuen Veranstaltungsformaten. So wäre die Aktion „Landschaftsbänke“ wohl ohne Pandemie gar nicht durchgeführt worden. Hintergrund war hier nämlich das gestiegene Bedürfnis nach Naherholung. Und mittlerweile konnten an 33 besonders schönen Stellen im Landkreis solche Landschaftsbänke aufgestellt werden. Die Organisation und Vorfinanzierung lag beim Kreisverband, die örtlichen Gartenbauvereine und auch die Tourismusregion Obermain-Jura beteiligten sich bei den Kosten. Die Gartenbauvereine kümmerten sich auch um das Aufstellen vor Ort.

Eine weitere Corona-Sonderaktion sei die Verteilung von Sonnenblumen an alle Mitgliedshaushalte gewesen, so der Geschäftsführer und Kreisfachberater Michael Stromer bei seinen Ausführungen. Aus vielen Gärten grüßten dann im vergangenen Jahr meterhohe Sonnenblumen und waren so ein Symbol für Lebensfreude und die Vielfalt der Gärten. Auch die Angebote des Kreisverbandes rund um das Thema Obst wurden sehr gut angenommen. Die Entstehungsgeschichte der Gartenbauvereine sei ja untrennbar mit dem Obstanbau verbunden, so der Kreisfachberater. Durch den neu aufgelegten „Streuobstpakt Bayern“ werde das Thema zwar derzeit stark in den Vordergrund gerückt, aber gerade im Kreisverband Lichtenfels werde der Streuobstanbau durch ein kreiseigenes, unbürokratisches Programm für Streuobstbäume, durch die Apfelmärkte oder auch durch das Saftmobil des Kreisverbandes seit Jahrzehnten gefördert. Die Obstbaumpflege sei ohnehin das Steckenpferd der Gartenbauvereine, so Stromer.

Die Saison 2021 war aus Sicht des Obstertrages ein gutes Jahr und brachte die Ortskeltereien und das Saftmobil zum Teil an die Kapazitätsgrenzen. Spitzenreiter beim Saftpressen waren die Keltereien von Rothwind und Burgkunstadt, beide mit ca. 19.000 Liter Saft.

Neue Wege ging man im vergangenen Jahr bei den Gartenführungen, nachdem absehbar war, dass größere Veranstaltungen nicht möglich waren. Bei der Reihe „Blick über den Zaun“ öffneten Privatgärten für einen überschaubaren Besucherkreis ihre Gartentür. Dieses Format wurde so gut angenommen, dass es auch heuer und vermutlich auch die kommenden Jahre beibehalten wird. Aber auch ein „Tag der offenen Gartentür“ soll nach Möglichkeit wieder durchgeführt werden.

Auf reges Interesse stieß 2021 die Naturgarten-Zertifizierung. Was die Beteiligungszahlen angehe, liege man hier oberfrankenweit an der Spitze, konnte Michael Stromer berichten. Dabei gehe es nicht um Zahlen, sondern darum, auf den Beitrag vielfältiger, blühender und ökologisch bewirtschafteter Gärten zum Naturerhalt und zum Klimaschutz in unseren Städten und Dörfern aufmerksam zu machen.

Neuwahlen mit Aufbruchsstimmung

In den zurückliegenden Wochen wurden in vielen Ortsvereinen Neuwahlen durchgeführt. Aufgrund der ausgefallenen Versammlungen in der Pandemie-Zeit war hier ein regelrechter Stau zu verzeichnen. 1. Vorsitzender Meißner wertete es als sehr positiv, dass die Wartezeit oftmals dazu geführt hat, dass sich Vorstandschaften verjüngt haben und trotz vorheriger Bestandssorgen neue Vorsitzende gefunden werden konnten. In der Summe ergebe sich eine richtige Aufbruchsstimmung.   Aufgrund der parallel stattfindenden Eröffnung des Zeulner Freischießens, übergab er die traditionelle Begrüßung der neuen Vorstände und die Verabschiedung der alten Vorstände in die Hände von 2. Vorsitzender Maria Wiehle und Geschäftsführer Michael Stromer. Die gemeinschaftliche „Begrüßung“ sei auch ein Zeichen dafür, dass die Gartenbauvereine eingebunden sind in ein gutes Netzwerk und gerade auch der Kreisverband und die Umweltstation mit Rat und Tat den Vorstandschaften zur Seite stehen.

Die Vorstandswechsel bei den Gartenbauvereinen im Einzelnen:

Verein:neue/r Vorsitzende/r:Vorgänger/in:
SchwabthalHans HetzelJosef Hetzel
UnterneusesRobert FritzKatja Schöpke
MainrothRuth MohrandDietmar Laude
ModschiedelMonika KarmannChristine Kießling
Uetzing-SerkendorfFrank KernerJosef Gehringer
Ober-/UnterwallenstadtEva LiebIrmgard Zeis
SchönsreuthFranziska WolffElvira Koch
KlosterlangheimSimone RüttenHeidi Gieger
FesselsdorfMarco PoppSandra Stubner
EggenbachBeate SebaldAlexandra Hümmer
GeutenreuthStefan HankeJulia Klemenz
SchönbrunnMartina LindOliver Hofmann
Die neuen und bisherigen Vorsitzenden der Gartenbauvereine erhielten von 2. Vorsitzenden Maria Wiehle (ganz rechts) und Kreisfachberater Michael Stromer (ganz links) als Zeichen des Dankes einen Schmetterlingsflieder überreicht.

Ehrenkrug für Rudi Morgenroth

Alljährlich verleiht der Kreisverband einen Ehrenkrug an eine Person, die sich langjährig für die Belange der Gartenbauvereine eingesetzt hat. Bei Rudi Morgenroth, seit Jahrzehnten eine prägende Persönlichkeit des Mistelfelder Gartenbauvereins, treffe dies uneingeschränkt zu, so Geschäftsführer Michael Stromer. Darüber hinaus sei er im Landkreis ein gefragter und sehr hilfsbereiter Mann. Eine seiner Leidenschaften seien die Obstbäume, wo er so manchen Verein oder Privatmann im Landkreis helfen konnte. Aufgrund einer eigenen Versammlung war der Geehrte bei der Veranstaltung nicht anwesend und bekam den Krug samt Blumenstrauß am nächsten Tag überreicht.

Solide finanzielle Situation

Beim Kassenbericht konnte Maria Püls in Vertretung von Kassier Josef Breunlein eine solide Basis des Verbandes vermelden, die im laufenden Geschäftsjahr auch die Möglichkeit für Anschaffungen eröffne. Die Kassenprüfung ergab eine einwandfreie Kassenführung, so dass die Versammlung die Entlastung erteilte.

Geschäftsführer Michael Stromer stellte der Versammlung die Anschaffungen vor: Es wurde ein gebrauchter Geräteträger sowie als Anbaugerät eine Fräse und ein Messerwerk gekauft. Diese können auch an die Vereine verliehen werden. Darüber hinaus sei man noch auf der Suche nach einem passenden Anhänger. Dieser solle vor allem bei der Ernte auf der hängigen Banzer Obstwiese zum Einsatz kommen. Die Banzer Obstwiese werde heuer erstmals bei der Sammel-Bio-Zertifizierung der Öko-Modellregion Obermain-Jura angemeldet.

Kreisverband sucht Verstärkung

Für die kontinuierliche Ernte des Obstes auf der Banzer Wiese sucht der Kreisverband für die Zeit von September bis Anfang November eine Unterstützung auf Stundenbasis. Interessierte können sich gerne in der Geschäftsstelle des Kreisverbandes in der Umweltstation Weismain melden.

Ebenso wird für den gleichen Zeitraum Verstärkung für die Betreuung des Saftmobils gesucht.

Der Jahreshauptversammlung schloss sich ein Dankeschön-Essen des Kreisverbandes für die Ortsvorsitzenden an, so dass der Abend einen gemütlichen Ausklang fand.